Industriekaffee

Als vordergründiges Kriterium eines Industriekaffees steht wohl der Preis. Denn grundsätzlich ist ein solcher Kaffee im Vergleich zu Fairtrade-Kaffee oder auch Biokaffee wesentlich günstiger. Die Herstellung eines solchen Kaffees basiert in erster Linie auf den Grundsätzen der Kostenersparnis. So günstig und billig wie möglich, von der Anpflanzung, über die Ernte, bis hin zur Produktion des Kaffees, wird alles unter dem Gesichtspunkt der Kosteneffizienz unternommen. Jedes Jahr wandern so etliche Tonnen Kaffeebohnen und Kaffeemehl so über die Ladentheken und dies weltweit. Im absoluten Schnellverfahren werden die maschinell geernteten Kaffeekirschen geröstet. Das geschieht unter enormen Zeitdruck denn desto mehr Kirschen in einem engen Zeitfenster geröstet werden, umso größer ist schließlich der spätere Ertrag. Die Kaffeebohnen werden mittels eines Heißluft-Röstverfahrens innerhalb nur weniger Minuten quasi Schockgeröstet, bei denen die Bohnen einer Hitze von bis zu 800 Grad ° Celsius ausgesetzt werden. Zwar sind die Bohnen dann durch und durch getrocknet und geröstet, doch sie können in der Kürze dieser Zeit ihre vielen unterschiedlichen Aromen nicht wirklich zur Entfaltung freigeben. Denn die Röstung selbst und vor allem die Art und Weise des Röstvorgangs entscheidet über den eigentlichen Geschmack und das Aroma des Kaffees. Das schnelle Erhitzen birgt ebenfalls die Gefahr, dass eben solche Kaffeesorten einen wesentlich höheren Bitterstoff aufweisen und die freigesetzte Säure macht unserem Magen bei dem Genuss eines solchen Kaffees sehr schnell zu schaffen. Die erhitzen Bohnen werden anschließend ebenso schnell wie sie geröstet wurden wieder gekühlt und noch an Ort und Stelle vakuumverpackt. So landen sie schließlich im Supermarkt hierzulande und weltweit und durch die konventionelle Massenherstellung kann sich schlussendlich ein günstiger Endpreis ergeben.